Geschichte
Vom Theater in der Hoffnung zum Theater im Hof
Direkter Kontakt mit Könstlern
Kennenlernen des Theaterbetriebs
Rückblick
Das Theater in der Hoffnung, das bereits seit 16 Jahren existiert, versucht
Tendenzen des modernen und traditionellen Kindertheaters in Südtirol
aufzuzeigen. Anhaltspunkt waren bisher jene Länder, welche die meisten
Erfahrungen und die größten Traditionen im Kinder- und Jugendtheater
hatten nämlich: Holland, Schweden, Italien und Deutschland. Stücke aus
diesen Ländern wurden auf den Spielplan gesetzt und als mobile
Aufführungen an den Schulen Südtirols gespielt. Ab Dezember 1999 hat
das Theater in der Hoffnung eine fixe Spielstätte am Obstmarkt in Bozen, das
Theater im Hof, wobei aber auch die Mobilität beibehalten wird.
Träger und
Mitarbeiter
Das Theater in der Hoffnung ist ein gemeinnütziger Verein. Träger sind
ein kleiner Kern von Fachleuten, die an Theatern und Schulen lange tätig
waren und gerade aufgrund ihrer eigenen Geschichte im Kindertheater eine ideale
Kombination von Theorie und Praxis gefunden haben.
Für die einzelnen Produktionen werden weitere Fachkräfte herangezogen
(Regisseure, Bühnenbildner, Musiker und bei Bedarf Schauspieler).
Spielplan
Wir spielen Stücke für Kinder von 2-14 Jahren und für Jugendliche.
Wir sind stehts bemüht, die Geschichte des Kinder- und Jugendtheaters in all
seiner Vielfalt und Eigentümlichkeit aufzuzeigen, wobei wir immer versuchen
auf unser spezielles Südtiroler Publikum ganz gezielt einzugehen. So zeigen
wir Märchen, Mythen, geschichtliche und ortsbezogene Stücke, soziale
und aktuelle Geschichten, Tanz- und Puppentheater.
Zusammenarbeit
Wir arbeiten mit dem, mit dem Amt für Frau, Familie und Kultur, mit der
Gemeinde Bozen, mit dem Schulamt , dem Pädagogischen Institut und mit
verschiedenen anderen Gemeinden unseres Landes zusammen.
Wir haben mit allen Theaterinstitutionen Südtirols zusammengearbeitet
(Südtiroler Kulturinstitut, Vereinigte Bühnen Bozen, Theater
Carambolage und in letzter Zeit verstärkt mit dem Stadttheater
Bruneck.
Mit dem RAI-Sender Bozen haben wir fünf Theaterstücke unter der Regie
von Hans Wieser verfilmt. Vier Jahre spielten wir für das „Teatro
Stabile Bolzano“ für die italienischen Schulen und organisierten
Theaterstücke im Teatro Cristallo (Bozen).Seit Bestehen arbeiten wir mit
Verlagen, Zentren und Fachleuten aus dem Ausland zusammen, um die Entwicklung des
Kindertheatres auf europäischer Ebene zu verfolgen. Höhepunkt war die
Einladung nach Paris, wo wir Pinocchio in französicher Sprache
aufgeführt haben. Das französische Publikum – Kinder als auch
Erwachsene – waren begeistert.
Weitere Festivalbesuche waren in New York, Rom, Wien und Salzburg.
Im Mai 2008 ist das „Theater im Hof“ in Adelaide (Australien) beim
Weltkongress für Kinder-und Jugendtheater zu Gast.
Veranstaltungen –
Tagungen
Zur Pressevorführung der Verfilmung „Dussel und Schussel“ laden
wir den Autor Ad de Bont nach Bozen ein, der in Holland in einer Provinz von der
Größenordnung Südtirols ein Kindertheater leitet. Ein
Gesprächsabend wird organisiert. Über den Stellenwert des
Kindertheaters und über die verschiedenen Subventionsmodelle wird
gesprochen.
1993 organisierten wir ein Kinder- und Jugendtheatersymposium in Brixen.
Gäste: Peter Danzeisen, damaliger Leiter der Schauspielschule Zürich
mit Ausbildungszweig Theaterpädagogik, Roger Lille, Leiter der
Schulberatungsstelle in Aargau (Schweiz) und die Theaterpädagogin Esther
Hungerbühler (Schweiz). Wolfgang Schneider, damals noch Leiter des Kinder-
und Jugendtheaterzentrums in Frankfurt schreibt uns ein Referat und holt seine
Abwesenheit zur Prämiere der „Rose des Gedenkens“ (Co-Produktion
mit Freilichtspiele Unterland) nach.
Wir besuchen auch als Zuschauer zahlreiche Kindertheaterfestivals (München,
Wien, Zürich, Rom, Turin, Mailand, Pisa, Bari, usw) und besuchen Tagungen,
z.B. in Münstereifel, wo über italienisches und deutschsprachiges
Kindertheater gesprochen wird.
Fortbildungen und Seminare
Zahlreich waren die Kurse für Lehrer und Kindergärtnerinnen, die mit
Kindern Theater machen wollen, so wie das Theater mit Kindern an zahlreichen
Schulen Südtirols. Ebenso wurden mit italienischen Kindern deutsche
Theraterstücke einstudiert.
Veröffentlichungen
Mit Veröffentlichungen in Fachzeitschriften (Österreichische
Theaterzeitschrift, Fundevogel, Reclam-Geschichte des Kindertheaters,
Südtiroler Theaterzeitung, Pädagogik heute), versuchen wir , sowohl im
Innland als auch im Ausland present zu sein.
Seit 11 Jahren hat das Theater in der Hoffnung auch seinen Platz im deutschen
Bühnenjahrbuch gefunden und ist Mitglied der ASSITEJ-Vereinigung
für professionelles Kinder-und Jugendtheater (Association Internationale du
Théâtre pour l’Enfance et la Jeunesse).
Ausblick
Die kulturpolitische Gewichtung des Theaters für Kinder und Jugendliche zu
stärken und den kulturpädagogischen Auftrag jeder Schule
entgegenzukommen, sowie küsntlerische Entwicklungen auf nationaler und
internationaler Ebene zu fördern, ist das grundlegende Ziel des Theaters in
der Hoffnung.
Begegnung mit
Kunst
Kinder sehen Theater, haben also die Möglichkeit, Kunst zu begegnen: der
Sprache, der Musik, der Malerei (Bühnenbild), dem Tanz, der Mimik, der
Gestik, dem Handwerk (Puppen, Marionetten, Figuren, Masken) – dem
darstellenden Spiel.
Orientierungshilfe
Theater dient seit eh und jeh dem Mittel zur Erkenntnis des Wahren. Was
vielleicht kompliziert klingt ist sehr einfach: Kinder sollen ein Gespür
bekommen für die Echtheit der Gefühle als Orientierungshilfe in dieser
schnellebigen und künstlichen Zeit.
Sinneswahrnehmung
Kinder hören Sprache, wie sie noch im Buche steht und tasten sich an
Ästhetik heran. Musik kommt nicht nur vom Band und Fernsehn und Video kann
sinnvoll erlebt werden.
Unser Theater soll kein Gegenpol zu den modernen Medien sein, sondern eine
Brücke
schlagen.
Identifikationsmöglichkeit
Kinder können sich mit eigenen Geschichten identifizieren und merken,
daß sie nicht alleine sind, daß es viele gibt, die gleiche
Geschichten in sich tragen. Theater als Alternative zur Vereinsamung und zu
isolierter Freizeitbeschäftigung.
Direkter Kontakt mit
Künstlern
Kinder haben die Chance, mit Künstlern zu reden, die eigens für sie
Kunstwerke herstellen. Es darf nicht nur betrachtet werden, neugierige oder
offengebliebene Fragen werden beantwortet, Unverstandenes
erklärt.
Kennenlernen des
Theaterbetriebs
Der Theaterbetrieb als solcher kann kennengelernt werden (offene Proben,
Gespräche mit den Autoren, Regisseuren, und den Schauspielern,
Erklärung der Beleuchtung mit praktischen Beispielen, Textbearbeitung) sowie
Vorbereitung zur Aufführung und Erklärung der einzelnen Theatergenres
(Oper, Tanz, Sprechtheater, Musical).
Ausstellungen
Bekannte und weniger bekannte Künstler stellen parallel zu den Produktionen
ihre Kunstwerke aus. Die Auswahl reicht von Fotografien, über Malerei und
Bilderbuchillustrationen, bis zu Masken, Puppen und Skulpturen.
Zu Lesungen können auch Kinderbücher ausgestellt werden.
Kinder
können Geschehenes selbst in die Praxis umsetzen (Malerei) oder selbst
versuchen, Darsteller zu sein: Schauspieler, Musiker, Geschichtenschreiber,
Bühnenbildner, Beleuchter, Billetteur, Soffleuse.
Die Theaterthek fördert: Sprache, Ausdruck, Phantasie, Beweglichkeit,
Rythmusgefühl, Gehör, Einfühlungsvermögen, Toleranz,
Stärkung des Selbstwertgefühls, Rollenverhalten in der Gruppe, soziale
Verhalten und zudem Spaß an Literatur und Geschichte.
Handwerk
schnuppern
Passend zu unseren Produktionen können Kinder auch das reine Handwerk selbst
erfahren: Maskenbau, Herstellen von Puppen und Figuren, Erstellung eines
Bilderbuches, usw.
Musikwerkstatt
In der Musikwerkstatt können sich Kinder selbst vor Kindern als Musiker
beweisen oder anhören, wie Musiker ihr Handwerk beherrschen und dabei die
verschiedenen Musikinstrumente kennenlernen.